Ich habe heute sehr lange mit einem sehr guten Freund telefoniert. Er macht sich Sorgen um mich. Er hat Angst, dass mir etwas im Ausland geschieht. Er hat Angst, dass nach diesem Jahr alles anders sein wird. Er hat Angst, dass unser Freundeskreis zerbrechen wird. Er hat Angst davor, dass das alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.
Da ist mir ein Erlebnis eingefallen, welches ich vor vielen Jahren in Holland hatte. Ich habe ihm die Geschichte erzählt und will sie euch nicht vorenthalten:
Es war ein stürmischer Tag, es regnete und die See peitschte uns entgegen. Und man könnte denken, sie wolle uns, da sie uns schon nicht erreichte wenigstens mit Seesternen bewerfen. An dem Sandstrand lagen tausende, übertausende Seesterne. Orange waren die meisten. Wir liefen diesen Strand entlang und ein Junge kam uns entgegen. Er lief und schmiss die Seesterne wieder zurück ins Meer – welch eine Sisyphusaufgabe, dachte ich mir. Also sprach ich ihn an. Es bringe doch nichts, die paar Seesterne wieder zurückzuwerfen, es seien zu viele, sagte ich. Er meinte daraufhin: “Für den einzelnen Seestern ist es ein großer Unterschied” und lief dann weiter um die Seesterne wieder zurück ins Meer zu werfen.
Jetzt hat er wenigstens nicht mehr Angst davor, dass alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.